
Analog oder Digital? Scheißegal!
Seit der 3. Klasse spiele ich Gitarre, seit der 5. oder 6. Klasse auch auf einer E-Gitarre. Fragen mich also Leute: “Was sind so deine Hobbies?”,1 dann antworte ich darauf unter anderem mit “Gitarre” und hoffe, so dieser dummen Frage zu entkommen. Doch es folgt dann häufig schon die nächste: “Akustisch oder Elektrisch?” “Beides, da gibt es keinen Unterschied!”
Sicherlich, es gibt Unterschiede. Aber am Ende des Tages bleibt eine Gitarre eine Gitarre: Eine A-Gitarre bleibt eine Gitarre, eine E-Gitarre beibt eine Gitarre.
Ein Brett mit 6 Saiten.
So verhält es sich auch mit der Fotografie. Nun ist es ja nichts Neues, dass immer mehr Fotografen das Analoge für sich (wieder)entdecken. Aber ist es wirklich nötig, die beiden Arten gegeneinander abzuwägen, zu vergleichen? Und für mich fängt das schon damit an, extra zu betonen, dass man analog fotografiert. Streichen wir doch einfach mal bei Diskussionen die Wörter Analog und Digital und sehen, ob die Diskussion noch Sinn behält.2 Wenn ja, dann prima! Denn das ist genau das, was es (vielleicht) mehr braucht, als alte Analog-Digital-Grabenkämpfe: Eine Diskussion zur Fotografie. 3
Denn am Ende des Tages bleibt eine Kamera eine Kamera. Eine analoge Kamera bleibt eine Kamera, eine digitale Kamera bleibt eine Kamera.
Ein Kasten mit Linsen.
Der Flughafen Tempelhof
Ich habe das große Glück, in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Flughafen Tempelhof leben zu dürfen. Logisch, dass da auch des Öfteren die Kamera mit dabei ist und die ein oder anderen Fotos entstehen.
















Entstanden mit der Konica Auto S3 und der Olympus 35 SP auf Agfa APX-100 @ 400.
Über die Sache mit dem Urheberrecht

Christian Wulff tritt zurück und ACTA wird vorerst auf Eis gelegt – ein Widerspruch.
Wulff wurde seine Schnäppchenmentalität und sein Realitätsverlust zum Verhängnis: Diese Einstellung, alles zu nehmen, was man bekommt, weil es ja nichts kostet. Und gleichzeitig nicht zu erkennen, dass das falsch ist. Er hätte sein Haus auch wie jeder andere finanzieren können und die Urlaube hätte er sicherlich auch mit seinem Präsidentengehalt verkraften können. Aber, wenn es etwas kostenlos gibt, dann greift man zu, möge es nur moralisch oder auch rechtlich falsch sein.
Natürlich, diese Mentalität sehen wir in vielen Teilen der Bevölkerung. Aber angesichts der gleichzeitigen Debatte um ACTA springt der Vergleich mit dem Raubkopierer förmlich in’s Auge. Auch er schaut z.B. Filme kostenlos an, weil es sie kostenlos gibt. Die 1,50€ in der Videothek könnte er sich locker leisten. Wie Wulff fehlt ihm jegliche Einsicht, dass das, was er tut, falsch bzw. illegal ist. Er flüchtet sich darauf angesprochen in fadenscheinige Argumente, wie “Kopieren ist kein Diebstahl!” oder “Die Contentmafia ist sowieso zu reich!”.
Welchen Schaden sie mit ihrem Verhalten anrichten, ist weder Christian Wulff, noch dem allgemeinem Raubkopierer bewusst.
Dabei ist gleichzeitig der Rücktritt Christian Wullfs als auch der europaweite Protest gegen ACTA vollkommen berechtigt und wichtig.
ACTA hat das Potential, wichtige Freiheiten im Internet einzuschränken. Eine Reform des Urheberrechts ist überfällig. Doch was es dringlichst braucht, ist ein grundlegenderes Umdenken im Netz (und der Bevölkerung). Geistiges Eigentum unterscheidet sich von materiellem im Wesentlichen nur durch Ausgedehntheit und Gewicht. Nur, weil es etwas kostenlos gibt, heißt das nicht, dass man es auch nehmen sollte. Spezifischer: Nur, weil es die Möglichkeit gibt, etwas kostenlos zu bekommen, sollte man nicht notwendigerweise diese Möglichkeit wahrnehmen.
Ich sehe in der Internetkostenlosmentalität auch eine Gefahr für die Proteste gegen ACTA: Es macht sie angreifbar. Solange auf Demos Schilder gezeigt werden, die die Abschaffung des Urheberrechts fordern, solange die orange Partei im Parteiprogramm die Förderung (!) von Kopien fordert, ein alternatives Vergütungsmodell jedoch “zu schaffen” und nicht erschafft ist, werden die Proteste unter dem Banner der Gratismentalität stehen. Auch manche Positionen der Linken sind absolut gerechtfertigt und wichtig, doch jede Demo steht immer unter dem Kommunismus- und Neidbanner.
Wie Wulff müssen alle Raubkopierer zurücktreten. Für das Internet.
Demo gegen den Polizeikongress









Entstanden mit der Konica Auto S3 auf Kodak Tri-X in Berlin Neukölln am 28. Januar 2012.





















